Archiv für Dezember 2008

ROMKA Magazine

Romka Magazine
Gerade entdeckt: die erste Ausgabe des Online-Fotomagazins ROMKA.
Das ist Fotografie, wie ich sie liebe: direkt, roh, manchmal unscharf, manchmal verwackelt, ohne Filterfuck. Layout minimalistisch und ohne viel Schnickschnack, begleitender Text da, wo er hingehört, wenn er fehlt – auch nicht schlimm. Punkt.

ROMKA is an online magazine which features the personal favorite photographs of international artists, amateurs and professionals. It is dedicated to the idea of showing one’s treasures without the pressure of self-portrayal and a clean online portfolio. The first issue can be downloaded for free at romkamagazine.com

(romka magazine, via stylespion)

Barbie-Karaoke-Tape-Decks & Circuit Bending


NEW YORK electriCITY from 2 Player Productions on Vimeo.
(via getlofi)

Die erste Episode der NEW YORK electriCITY-Reihe von 2 Players Productions befasst sich mit der gerade auflebenden Circuit Bending-Szene, jenen nerdigen Bastlern also, die elektronisches Spielzeug und sonstige Geräte zu Instrumenten, Synthies und Drummachines modifizieren. Interviewt und bei seinem Schaffen beobachtet wird zu diesem Zweck Szene-Guru Peter Edwards, seines Zeichen Gründer von Casper Electronics und erfolgreicher Circuit Bend-Musiker. Sehr sehenswert das Ganze, ich habe sowieso ne Schwäche für dreckige Lo-Fi-Beats, noisiges Gefiepe und all die blinkenden Lichter. Bleep bleep.

EDIT: Das Video gibt’s hier zu sehen. (Thanks to CASPERELECTRONICS)

„Luzie, ich liebe dich unheimlich“ – Die Bettwurst von Rosa von Praunheim (1971)

Die Bettwurst (Rosa von Praunheim)

Zugegeben: Die „gewöhnungsbedürftige“ Bild- und Tonqualität zu Beginn des Films machen einem den Einstieg nicht gerade leicht. Doch Durchhalten lohnt sich, bereits nach dem ersten Aufeinandertreffen der Protagonisten Luzie und Dietmar, verbunden mit einem herrlich nichtssagenden und daher so typischen Small-Talk, hatte der Film mich in seinen Bann geschlagen. Dabei können die beiden Schauspieler laienhafter kaum sein: Luzie, die Tante Rosa von Praunheims, blickt ständig direkt in die Kamera, versunsichert, verloren wirkend. Dietmar hingegen scheint sich als Schauspieler wohl zu fühlen, spricht mit breitem badischen Dialekt, wiederholt die ständig gleichen, abgenutzten Floskeln. Die entstehende Liebe der beiden scheint skuril, sie Anfang 50, er Mitte 20 und seine Homosexualität im wahren Leben nur schwer verbergen könnend. Doch gerade die Mischung aus Fiktion und Realität von Schauspieler und dahinter stehendem Menschen macht den Film so sehenswert. Von Praunheim lässt die beiden gewähren, die überaus absurde Story steckt nur grob den Rahmen ab, wird vom alltäglichen Liebesgebahren der beiden in den Hintergrund gedrängt. Dadurch entsteht ein treffendes Soziogramm des Kleinbürgertums der frühen 70er: Zwischen Schrebergarten und Tanzcafé, Fotoalbum und neumodischem Kitsch bewegen sich Dietmar und Luzie auf den Pfaden des bundesrepublikanischen Heimglücks, das durch den Freiraum, der den Schauspielern für Improvisation, biographische Details uns persönliche Erfahrungen gelassen wird, besonders authentisch, ja nahezu dokumentarisch wirkt. So peinlich-komisch diese aufgezeigte Spießerwelt auch sein mag: Bewundernswert bleibt die Geradlinigkeit und Selbstverständlichkeit der beiden Schauspieler, wie sie sich in dieser Welt, die ja abseits des Films auch ein Stück weit ihre eigene ist, bewegen, ohne auch nur den geringsten Zweifel darüber aufkommen zu lassen, dass es genau so ist und sein muss. Rosa von Praunheim stellt das ungleiche Paar und deren Welt dar, ohne auf sie mit dem Finger zu zeigen oder ihr Verhalten lächerlich zu machen zu wollen, vielmehr nimmt er Anteil daran, zeigt offen sein Interesse.
Der durchschlagende Erfolg von „Die Bettwurst“ machte von Praunheim 1971 auf einen Schlag berühmt, drei Jahre später erschien gar die Fortsetzung „Die Berliner Bettwurst“.


(youtube-direktlink)

Heinrich Heine – Zur Beruhigung (1844)

Schöner und treffender kann man die Unterwürfigkeit und Passivität der Deutschen gegenüber Obrigkeiten wohl nicht beschreiben. Immer noch passend – trotz seiner über 150 Jahre, die das Gedicht Heines bereits auf dem Buckel hat:

Wir schlafen ganz, wie Brutus schlief -
Doch jener erwachte und bohrte tief
In Cäsars Brust das kalte Messer!
Die Römer waren Tyrannenfresser.

Wir sind keine Römer, wir rauchen Tabak.
Ein jedes Volk hat seinen Geschmack,
Ein jedes Volk hat seine Größe;
In Schwaben kocht man die besten Klöße.

Wir sind Germanen, gemütlich und brav,
Wir schlafen gesunden Pflanzenschlaf,
Und wenn wir erwachen, pflegt uns zu dürsten
Doch nicht nach dem Blute unserer Fürsten.

Wir sind so treu wie Eichenholz,
Auch Lindenholz, drauf sind wir stolz;
Im Land der Eichen und der Linden
Wird niemals sich ein Brutus finden.

Und wenn auch ein Brutus unter uns wär,
Den Cäsar fänd er nimmermehr,
Vergeblich würd er den Cäsar suchen;
Wir haben gute Pfefferkuchen.

Wir haben sechsunddreißig Herrn
(Ist nicht zuviel!), und einen Stern
Trägt jeder schützend auf seinem Herzen,
Und er braucht nicht zu fürchten die Iden des Märzen.

Wir nennen sie Väter, und Vaterland
Benennen wir dasjenige Land,
Das erbeigentümlich gehört den Fürsten;
Wir lieben auch Sauerkraut mit Würsten.

Wenn unser Vater spazierengeht,
Ziehn wir den Hut mit Pietät;
Deutschland, die fromme Kinderstube,
Ist keine römische Mördergrube.

Will it blend? – Wie man aus einem iPhone ein iSmoke macht


(youtube-direktlink)
Großartig! Das ist die richtige Antwort auf den iPhone/iPod/Apple-Fetisch: ab in den Mixer damit! In dieser Serie, eigentlich Infomercials der Firma Blendtec, wirft Tom Dickson alles in den Mixer, was ihm gerade in die Hände kommt, darunter Golfbälle, Nike-Treter, Videokamera und Chuck Norris Actionfiguren.
Diese Zeitlupenaufnahme von dem sich im Mixer in sämtliche Einzelheiten zerlegenden iPhone 3G übt dabei, wie ich finde, einen ungeheuren ästhetischen Reiz aus, dem man sich nur schwer entziehen kann. Umso abstoßender ist die pulverisierte, schwarze iPhone-Chemiekeule, die dabei rauskommt.