Archiv für Februar 2009

Zur literaturwissenschaftlich zweifelhaften Methode der „Judenbilder“

Die motivgeschichtliche Verfahrensweise weist in der Literaturtheorie einen nicht zu bändigenden Überlebenswillen auf: etliche Male bereits für tot erklärt, kehrt sie immer wieder putzmunter zurück, um differenzierend-literaturwissenschaftlichen Methoden ein Schnippchen zu schlagen. Gerade im Bereich der Überschneidung von Antisemitismusforschung und Literaturwissenschaft – dem literarischen Antisemitismus – gehört die Motivgeschichte (auch: Imagologie“) zur Vorzugsgattung.
Vor allem das „Bild des Juden in der Literatur“ scheint es diesem wenig diskursiven Instrumentarium angetan zu haben. Studien zum Judenbild gibt es in der Germanistik seit dem ausgehenden 19.Jahrhundert zu Genüge: Begonnen mit Herbert Carringtons Untersuchung zum „Bühnenjuden“, Ludwig Geigers programmatischer Studie über „Die Deutsche Lieratur und die Juden“ von 1910, bis hin zu den in den 80er und 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wie Pilze aus dem Boden schießenden Analysen der Judenbilder in der Literatur. Stellvertretend seien hier Martin Gubsers Analyse von Gustav Freytag – dessen antisemitischer Roman „Soll und Haben“ zu den Bestsellern des 19.Jahrhunderts zählte – in „Literarischer Antisemitismus. Studien zu Gustav Freytag und anderen bürgerlichen Schriftstellern des 19. Jahrhunderts“ (1998) und Michael Fleischers „Kommen Sie Cohn. Fontane und die ‚Judenfrage‘ “ aus dem gleichen Jahr erwähnt.
Dabei hat die Motivgeschichte durchaus da ihre Berechtigung, wo lineare Motivtraditionen und -brüche untersucht werden sollen, es um eine rein positivistische „Bestandsaufnahme“ geht.
Das Spezifische literaturwissenschaftlicher Forschung wird dadurch jedoch unterminiert, der Text als Ganzes mitsamt seiner formspezifischen Eigenschaften außer Acht gelassen. Da Diskurse des Zeitgeschehens, aus denen heraus das Bild des Juden in einem Werk entstanden ist, nicht berücksichtigt werden, ist die Motivgeschichte rein deskriptiv. So besteht die Gefahr, dass durch den reinen Vergleich des Bildes zu verschiedenen Epochen ein zeitlos fixiertes Stereotyp des Juden entsteht und sich eine naturgegebene „Andersartigkeit“ der Juden als Grundvorraussetzung einschleicht. Statt antisemitische Judenbilder zu entkräften, werden Stereotype endlos wiederholt und entzerrt, antisemitischen Ideologien wird hilfsbereit in die Karten gespielt.
Daher bedarf es in der literarischen Antisemtismusforschung dringend eigener Methoden und theoretischer Konzepte, die den literaturspezifischen Anforderungen gerecht werden. Literatur darf nicht nur reinen Belegcharakter besitzen, vielmehr müssen im Rückgriff auf diskursanalytische Methoden Traditionen, Brüche, literarische Vorbilder -auch außerhalb des eigenen Kulturkreises – in auf Antisemitismus untersuchten Werken berücksichtigt werden. Literatur muss als System, dessen Bestandteile (Texte) kulturelle Gebilde sind und eigene Codierungen besitzen, gesehen werden. Denn erst die kulturellen Kontexte und Diskurse, aus denen heraus Literatur entsteht, entscheiden darüber, was als „fremd“ oder „jüdisch“ angesehen wird.

Beste Torjubel-Choreografie ever!

(via uniquedaily)

Toni-Ohrschrauber? Pff, lächerlich.
Klose-Salto? Macht mittlerweile jeder zweite Kreisliga-B-Spieler.

Aber das hier, das ist die wahre Benchmark in Sachen Torjubel!
Soll noch einmal jemand sagen, Fussballer hätten nix ausser Playstation und dicken Autos im Kopf.

FUZZ – The Sound that Revolutionized the World

(via dailymotion)

FUZZ ist eine höchstinteressante Doku von Clif Taylor über Gitarreneffektgeräte, Stompboxes, Effektmodding und die Menschen, die hinter der ganzen Bastelei stehen, ohne die Musik ziemlich eintönig wäre:

An in-depth look at the industry of noise making featuring Billy Gibbons, Jon Spencer, J. Mascis more!

Fuzz… the sound that changed the world. The fuzz box: that tiny little box between the electric guitar and the amp that revolutionized rock music…what on earth does it do? Clif Taylor explores this insane industry of noise making, a world populated by guitar slinging super heroes and garage dwelling electronic geeks all sharing the collective obsession of one day creating that perfect sonic wave of limitless distortion. It’s a unique subculture of psychedelic noise freaks and vintage distortion connoisseurs, a world of gear oriented Internet chat rooms and completely anarchistic electronic product conventions. From the geeky backyard boutique engineers building prized and instantly collectable clones of terribly scarce vintage psychedelic circuits to professional Wah Wah men, the electronic gurus, capable of pitching that monster tone into a circuit bent chaos, Clif Taylor shows us all of it, all the while, on the hunt for his own perfect tone. Guitar Gods Billy Gibbons, Peter Frampton, Jon Spencer, J Mascis, Chris Ross of Wolfmother and other music legends weigh in on their favorite circuits. Where would Jimi Hendrix be without fuzz? Would the sixties psychedelic movement even exist sans fuzz box? This film answers all those questions and more. It is a must see for anyone interested in the nuts, bolts, solder, transistors and true history of rock.

Hm, das erinnert mich daran, dass ich dringend noch einen Treble-Booster eine Death by Audio Supersonic Fuzz Gun brauche, alter Schwede…

This Town Needs Guns

Wundervolles Video der Math/Indie-Rocker This Town Needs Guns aus Oxford, der Song „26 is dancier than 4″ ist von der Split mit Cats and Cats and Cats. Auch wenn mir der Gesang eine Spur zu, ähm, emo ist, dieser self-made-stop-motion-clip ist totally loveable! Und die frickeligen Gitarren können einiges.